2021-07-12

Ein klein wenig Österreich in der Schweiz

Anlagen-Portrait

 

Adi Rabensteiner sammelte lange Jahre bis er seinen Traum einer Modellbahnanlage verwirklichen konnte. Als Österreicher, der in der Schweiz lebt, kann er sich so ein Stück Heimat bewahren. Hier sein Bericht...

Adi Rabensteiner

Der Umbau ist im Gange, die Preiserleins nehmen es gelassen.

Der Umbau ist im Gange, die Preiserleins nehmen es gelassen.

Am Anfang stand die kkStb 310.23. Diese Lok habe ich als erstes Modell meiner Lok-Sammlung gekauft. Ich habe sie in natura im Heizhaus in Strasshof (Österreich) bei einer Sonderfahrt erleben können und durfte als Heizer mitfahren. Zu dieser Zeit war ich schon ein großer ÖBB-Fan. Durch meinen Wohnortwechsel vor 35 Jahren in die Schweiz und meinem damaligen Beruf fehlte mir aber leider die Zeit, mich weiter um mein Hobby zu kümmern.

Ein guter Freund aus Wien sammelte aber in meinem Auftrag weiter für mich. Über die Jahre wuchs meine Sammlung zu einer beachtlichen Größe von mehr als 450 Exemplare an, nicht nur im Maßstab 1:87 sondern auch in 1:32 und 1:35.

Vor ein paar Jahren nun konnte ich mir meinen Traum endlich erfüllen. Ich setzte mich in den vorzeitigen Ruhestand, um meinen beiden Hobbys, Eisenbahn und Fischen, ausführlich zu widmen. Zugleich lernte ich meinen Freund Martin Meyer kennen, einen begnadeten Modellbauer – in der Schweiz bekannt als "Felsenmeyer". Er überzeugte mich für den Modellbau. So erlernte ich bei Martin so manche Kniffe und Tricks im Modellbau in die Praxis umzusetzen. Natürlich musste eine Anlage her, da aber mein Platz beschränkt war, habe ich mich für eine Modulanlage entschieden, die ich in einer umgebauten Garage gebaut habe.

Die Größe der Module umfasst zurzeit drei Stück à 120cm × 80 cm. Die ganze Anlage wurde nach meinen Kindheitserinnerungen aus meinem Heimatort nachempfunden und im Maßstab 1:87 erbaut. Fast alle Bauten und diverse andere Ideen sind echte Handarbeit bis auf ein paar Stadthäuser aus dem Standardprogramm, die ich mehr aus Faulheit gebaut habe.

Beim Bahnhof fing es an, der zuerst ein ganz normaler Bahnhof war, wie ich ihn von meiner Jugendzeit gekannt habe. Doch nach einem Jahr Bauzeit und Fertigstellung, habe ich erfahren, dass dieser Bahnhof umgebaut wird. Da kam mir die Idee,  auch im Modell daraus eine Baustelle zu machen, die die Arbeit mitten im Umbau darstellt,  als Kontrast zu den sonst üblichen schön geputzten Bahnhöfen.

Da für mich die Fahrkultur nicht das Wichtigste war auf dieser Anlage, spielte es auch keine Rolle, wenn nicht alle Gleise am Bahnhof befahrbar waren. Ein altes Sägewerk sowie eine neu gebaute moderne Holzlagerhalle kamen dann noch dazu. Ein echter Kärntner Bauernhof, detailgetreu nachgebaut, soll in den nächsten Jahren meine Anlage zieren. Und in nächster Zeit habe ich vor, mein Projekt mit einer alten Burg zu erweitern. Doch dazu mehr im nächsten Teil.


Das erste Modell findet sich viele Jahre später auf der Modul-Anlage.


Das Unvollendete in Vollendung

Gearbeitet wird fast in jeder Ecke.



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